| |  |  |  |  | Was machen wir und wie?
Wir möchten Sie informieren, wie wir die kleinen und großen Figuren herstellen. Dazu möchten wir Sie ein wenig in die Geschichte der Keramik entführen...........
Was ist Ton? Ton ist durch natürliches Abtragen und Verwittern von Eruptivgestein entstanden. Die Gesteinsteilchen wurden immer kleiner und durch physikalische und chemische Prozesse im Laufe von Jahrmillionen zu Ton umgewandelt. Ton, wie wir ihn kennen, ist also eine ganz bestimmte Art von Erde. Tonvorkommen sind fast überall anzutreffen, doch nicht jeder Ton eignet sich zum Töpfern. Tonvorkommen, deren Ausbeutung im Tagebau rentabel ist, sind relativ selten, und guter bildsamer Ton ist ein geschätzter Werkstoff. Nach solchen Lagerstätten haben unsere Vorfahren eifrigst gesucht, und sie gingen oft meilenweit, um sich den benötigen Ton zu beschaffen. In Deutschland ist ein bekannter Abbauort für keramische Massen der Westerwald, woher auch wir unseren Rohstoff beziehen.
Die Schlickergießmethode Gebrauchsgegenstände aus Porzellan und Keramik werden heute fast ausschließlich industriell durch Gießen von Tonschlicker ( Gießton ) in Gipsformen hergestellt. Dieses Verfahren wurde Ende des 18. Jahrhunderts in französischen und englischen Porzellanmanufakturen entwickelt und für die Serienherstellung von Gebrauchsgegenständen verwendet. Sie werden bald bemerken, dass es uns nicht darum geht mit den Gießformen große Stückzahlen von ein und demselben Gefäß oder Figuren herzustellen. Wir wollen Ihnen zeigen, dass die Gießtechnik ihren festen Platz im Umgang mit dem Material verdient und man die vielfältigsten Möglichkeiten hat, kreativ eine Unzahl von unterschiedlichen Produkten in hervorragender Qualität herstellen zu können.
Was ist Gießton? Gießton ist in Wasser aufgeschwemmtes Tonmehl von verschiedenen Tonen mit einigen weiteren Zutaten wie Kaolin, Schamotte/Quarzmehl, Dolomit und etwas Glasmehl. Außerdem werden der Mischung noch Verflüssigungsmittel in Form von Wasserglas hinzu gesetzt. So einfach das auch klingen mag, das Herstellen einer funktionstüchtigen keramischen Gießmasse ist die Facharbeit von Keramik-Experten. Nicht umsonst werden auch heute noch diese Rezepturen als Betriebsgeheimnis streng gehütet.
|  | |  |  |  | |  | Was geschieht beim Gießen? Wenn man zum ersten Mal einen Gießvorgang beobachtet, hält man das Ganze für ein Hexenwerk. Denn innerhalb von wenigen Minuten entsteht im Verborgenen der Form ein keramisches Gefäß höchster Qualität. Lassen Sie uns das Geheimnis dieses Vorganges lüften: Der Schlüssel liegt in der Saugkraft des trockenen Gipses der Gießform. Die Gipsform wird mit dem Gießschlicker gefüllt. Der trockene Gips der Form saugt aus dem Gießton begierig das Wasser heraus. Dabei lagern sich die festen keramischen Teilchen ständig als Schicht an der Formenwand ab. Je länger man die Masse in der Form stehen läßt, desto größer wird die Wandstärke. Durch Veränderung der Standzeit kann man die Tonschicht genau und variabel bestimmen. Ist dieser Vorgang beendet, wird der restliche Gießton in das Vorratsgefäß abgeschüttet. In der Form bleibt an der Formwand eine feste Haut zurück. Beim Trocknen schrumpft die Masse und löst sich von der Formenwand ab. Bei größeren Formen ist dieser Vorgang erst nach vielen Stunden beendet.
Brennen und Glasieren Die Gießkeramik ist nach ungefähr zwei Wochen an einen Platz, der frei von Zugluft und Sonneneinstrahlung ist, getrocknet. Nun kann sie gebrannt werden, wir führen den sogenannten Schrühbrand durch. Geschrüht wird bei einer Temperatur von ca. 1000 °C. Dieser Vorgang dauert rund 15 Stunden. Danach glasieren wir einen Teil der Keramik in speziellen Techniken, um bestimmte Effekte zu erreichen. Gebrannt wird dann noch einmal bei weit über 1200 °C. Aber auch dann sind unsere Möglichkeiten für kreative Gießtonvariationen immer noch nicht ausgeschöpft.
Bemalung mit der Drybrush-Technik Dies ist eine Technik, mit der die Figuren nahezu lebensecht bemalt werden können. Die altbekannte Technik wurde in Amerika weiter entwickelt und ist nun auch mit relativ einfachen Mitteln durchführbar. Zu Beginn wird die Figur grundiert. Die Farbe, von der später so nichts mehr zu sehen ist, richtet sich nach der jeweiligen Figur. Nach dem Trocknen wird nun eine Art Patina aufgebracht, die jedoch gleich wieder abgewischt wird und so nur in den Vertiefungen zurück bleibt. Nach einer weiteren Trockenphase beginnt jetzt erst die eigentliche Bemalung mit der „Drybrush-Technik“. Für jede Figur entsprechend ausgesuchte und abgestimmte Farben werden mit der Spitze eines Spezialpinsels aufgenommen. Der Pinsel wird nun auf einem Lappen ausgestrichen, bis die Farbe im Pinsel verteilt ist. Dabei wird aus dem Pinsel alle überflüssige Farbe herausgenommen. Mit dem nun fast „trockenem“ Pinsel wird nun über die Bereiche der Figur, die man anmalen möchte, gestrichen. Dabei wird die wenige Farbe aus dem Pinsel Stück für Stück auf die Figur übertragen. Die Vertiefungen bleiben dunkel in der Grundfarbe zurück. Auf diese Weise kann man viele Farbschichten übereinander aufbringen. Dies Verfahren nennt man dann „dark-to-light“, wobei immer die dunkelste Farbe zuerst aufgetragen wird. Nach einer weiteren Trockenphase erfolgt die abschließende Lackierung im Porzellanfinish. Diese Lackierung ist zudem Wetterfest.
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